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Tantum Stories

Welche Hürden haben wir im Homeoffice?

Verfasst von Hermann Schmidt | Aktualisiert am

Seit über einem Jahr wurden unsere Erwartungen der Veränderung übertroffen, jedoch leider im Negativem. Wir haben uns alle anpassen dürfen und unsere Arbeitsweisen stark verändert. Lange geglaubte nicht digitalisierbare Prozesse wurden nahezu über Nacht digitalisiert und neu aufgestellt. Das Geheimnis nennt sich Remote-Work.

Remote-Work ist nun in aller Munde, fast jeder macht es und noch mehr kennen es. Mit dieser Arbeitsweise sind wir auch an neue Herausforderungen gestoßen, welche es zu bewältigen gibt.

Der Chef muss mehr Vertrauen…

Besonders für Führungskräfte war diese Umstellung nicht ganz einfach, denn wie sollen wir führen, wenn wir keine Mitarbeiter vor Ort haben. Wie sollen wir Sachen feedbacken und Anweisungen geben, wenn plötzlich niemand mehr im Büro ist?

Führungskräfte mussten lernen, ihre Führungskompetenzen anzupassen. Führungskräfte müssen mehr Vertrauen haben, denn hinter dem Mitarbeiter stehen und jeden Schritt überwachen, ist lange Zeit Geschichte. Produktive Mitarbeiter sind Mitarbeiter, die sich auf ihre Arbeit konzentrieren können und nicht die Angst verspüren, dass der Chef wieder mal einen Fehler entdecken könnte und sie sich dafür rechtfertigen müssen.

Klare Anweisungen für klare Aufgaben…

Durch die Umstellungen haben viele Führungskräfte ihr Team umorganisiert und halten einmal die Woche Meetings, wo alle Projekte kurz besprochen werden können. Erst jetzt fällt vielen auf, dass doch der kurze Gang zum Kollegen fehlt, denn „Wie genau war das nochmal gemeint?“ fällt weg. Es kommen kleine Fragen, die früher mal kurz beim Kaffee holen besprochen werden konnten. Das Geheimnis liegt in klaren Anweisungen und einer grundsätzlich klaren Kommunikation. Für dich als Führungskraft ist wichtig, was bei deinem Mitarbeiter ankommt. Wie du es rüberbringst, liegt bei dir. Die Verantwortung dafür, ob er es versteht oder nicht, trägst allein du! Lerne klar und vollständig zu kommunizieren, deine Mitarbeiter werden es dir danken und ihre Arbeit besser machen, wenn sie alle neigen Informationen dafür haben.

Hund, wie war dein Wochenende?

Gerade sehr extrovertierte Menschen haben es im Lockdown im Homeoffice sehr schwer gehabt. Soziale Kontakte fehlten auch hier und das kleine Privatgespräch in der Kaffeepause mit den Kollegen ist eine nette Abwechslung zum anstrengenden Job und gehört irgendwie dazu. Teambuilding geht ganz klar anders. Was aber tun, wenn wir uns privat nicht treffen dürfen? Reserviere dir Zeit für ein kurzen Smalltalk in deinem Meeting. Am besten machst du das am Ende des Meetings und fixierst das gleich auf deiner Agenda. Rede mit deinen Kollegen über Themen, wie Hobbys, Kinder, Kochen usw. Für dich als Führungskraft ist es wichtig zu wissen, wie es deinen Mitarbeitern geht. Du sollst dich nicht in deren Privatleben einmischen, aber ihnen zeigen, dass auch online die Zeit für ein kurzes Pläuschen da ist.

Beim Telefonieren mal schnell die Waschmaschine einräumen…

Seit Corona gibt es Multitasking im großen Stil, zwischen der ganzen Arbeit wird nebenbei der Haushalt geschmissen und die Zeit genossen, in der ich vielleicht sogar noch eine Serie laufen lässt.

Früher in der Schule gab es immer einige, die der festen Meinung waren, dass sei mit laufendem Fernseher viel besser lernen konnten als in einem stillen Raum. Dies haben sie mit ihren eigenen Noten einige Monate bis Jahre später selbst widerlegt. Doch wie ist das nun mit der Waschmaschine? Fokussiere dich auf deine Arbeit und lass Haushalt auch Haushalt bleiben. Du würdest dich auf Arbeit auch nicht ablenken lassen von Nebentätigkeiten. Auch im Homeoffice zählt deine Leistung und diese wird mit Ablenkungen einfach schlechter. Schaffe dir ein Umfeld, in dem du arbeiten kannst und arbeite in dieser Zeit fokussiert. Mach dir einen Tagesplan und arbeitete diesen ab, dann wirst du sicherlich keine Langeweile verspüren oder auf die Idee kommen, noch zusätzliche Aufgaben nebenherzumachen. Und Netflix bleibt natürlich aus!

Kannst du da mal schnell…

Seitdem unser Büro zu Hause ist, sind viele von uns so gut wie immer erreichbar, auch wenn sie eigentlich gerade nicht arbeiten. Die Arbeit nimmt sich einfach besser mit ins Bett, wenn ich sowie von da arbeite. „Ich kann das noch schnell fertig machen.“ Kommuniziere deinem Team klar deine Arbeitszeiten und deine Anwesenheit im Voraus, so können diese mit dir besser interagieren und arbeiten. Vermeide nach Möglichkeit außerhalb dieser Zeit „mal eben etwas zu machen.“ Freizeit soll auch im Homeoffice Freizeit bleiben. Wer seine Akkus nicht auftankt, der wird keine Energie haben. Sorge als Führungskraft dafür, dass deine Mitarbeiter dir bekannt geben, wann sie erreichbar sind, dann kannst du dich deine Projekte organisieren und weißt immer, dass der Mitarbeiter seinen vollen Fokus genau darauflegt.

FOMO (fear of missing out - die Angst etwas zu verpassen) …

FOMO ist spätestens seit Covid-19 auch für viele ein Begriff geworden. Viele haben Angst etwas zu verpassen, da uns viel Information verloren geht. Wir verpassen kleine Phasen im Büro und haben das Gefühl isoliert von allem zu sein und nichts mehr mitzubekommen. Auf Arbeit tauschen wir uns mit Kollegen aus und haben einen Vergleich über die Tages To Dos. Zuhause kommt bei dem einen oder anderen der Eindruck schnell, nach einem langen Tag irgendwie nichts geschafft zu haben, denn irgendwie schaut der Schreibtisch am Abend genauso aus, wie vorher. Es kommt das Gefühl auf, dass nichts passiert ist. Das kann zu schlechter Stimmung führen. Arbeite sauber mit deinen Tools und hacke deine To Dos ab, damit du und deine Kollegen einen aktuellen Stand über gewisse Prozesse bekommen. Solltest du das Gefühl nicht loswerden, dann rede mit deinem Chef. Er wird dir helfen.

Remote-Work ist etwas Großartiges, lass es uns richtig angehen.